Die Vereinshistorie...

Um die Jahrhundertwende hielt der Fussball seinen Einzug in Deutschland. Dem damaligen evangelischen Gemeindepfarrer Braun war es vorbehalten, diese Sportart in Schüren einzuführen und durch seinen "Jünglingsverein" gesellschaftsfähig zu machen. Erst 1910 wurde der Grundstein für den heutigen BSV Schüren gelegt. Es waren beherzte Sportfreunde, die damals den Mut hatten, auch in Schüren einen Fussballverein zu gründen. Sie hatten nicht nur die Notwendigkeit, sie hatten auch die Zeichen der Zeit erkannt, die damals geradezu nach einer solchen Initiative riefen. Und sie gründeten den Verein "Fussballclub Union Schüren".

 

Da durch den Brand des ehemaligen Vereinslokals Walter Busemann fast alle Unterlagen verloren gingen, kann dieser Teil der Vereinsgeschichte nur auf Erzählungen einiger Gründer basierend wiedergegeben werden. Folgende Gründer sind uns überliefert: Paul Hammerschmidt, Gustav Büttemeier, Paul Natho, Fritz Stoffer,     Otto Milo, Otto Diedrichs, Emil Hausberg, Willi Röder. Bereits 1911 erfolgte die Aufnahme in den Westdeutschen Spielverband. Damit begannen die Meisterschaftsspiele in der C-Klasse, wo der Fussballclub einen achtbaren Gegner abgab. Fast die gesamte junge Sportlerschar wurde 1914-1918 zu den Fahnen gerufen. Nur wenige Mitglieder kehrten wieder zurück.

 

Der grosse sportliche Durchbruch kam aber erst, als sich die Vereine "Union" und "Hansa" 1919 zusammenschlossen und ihm den Namen "Sportverein Schüren 1910" gaben. Seit jener Zeit trägt der SV Schüren seine Traditionsfarben "grün-weiss". Die grün-weissen Farben wurden in der Folge ehrenvoll vertreten. So konnten viele Pokale hereingeholt werden. Herr Bauunternehmer Heinrich Vorndran wurde wegen seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Das Krisenjahr 1925 wirkte sich für den Verein verhängnisvoll aus. Der Spielbetrieb wurde zeitweilig eingestellt, unsere Sportler spielten in den Nachbarvereinen Aplerbeck und Berghofen. Erst als die Gemeinde Schüren einen eigenen Sportplatz anlegte, fanden die Akteure sich wieder alle zusammen.

 

Es begann im Schürener Sport ein grosser Aufschwung. Es wurde Aufstieg um Aufstieg erkämpft. Im Spieljahr 1930/31 wurde die zweithöchste deutsche Fussballklasse erreicht. Selbst der BVB 09 mit Nationalspieler August Lenz konnte seinerzeit kein Meisterschaftsspiel gegen uns gewinnen. In dieser Zeit machten sich folgende Mitglieder um den Verein besonders verdient: Sportfreund Fritz Franke, auf dessen Initiative die Neugründung erst wieder erfolgte und der sich unermüdlich einsetzte. Herr Heinrich Vorndran, der vielfach seine ganze Autorität einsetzen musste, um Unstimmigkeiten auszugleichen. Weiterhin sind Gustav Ortmann und Paul Klute in dieser Zeit hervorgetreten, nicht zu vergessen auch Walter Busemann sen. und Otto Potthof..

 

Die Erfolgsserie wurde 1934 durch eine politische Entscheidung der NS Sportführung gestoppt. Ohne jemals abgestiegen zu sein, wurde im Zuge der Gleichschaltung der SV Schüren der 1. Kreisklasse zugeteilt. Es folgten Spielerabgänge. Die braunen Machthaber wollten dem Verein sogar einen Vereinsführer aufzwingen, was mit Mühe abgewehrt werden konnte. Trotzdem wurde 1935 zum 25jährigen Jubiläum eine grosse Sportwerbewoche durchgeführt. Auch hier fand unsere gute sportnachbarliche Zusammenarbeit ihren Widerhall, indem sich alle Nachbarvereine beteiligten. Seit eh und je wurde Wert auf die Jugendförderung gelegt. Daher verwundert es nicht, dass 1938/39 eine komplette Jugendmannschaft als 1. Mannschaft spielte.

 

Aus einer Festschrift des BVB 09: "1938/39 holte der BVB den Dortmunder Ostlandpokal. Der Wettbewerb wurde vom BVB total dominiert, was seinen Status als Nr. 1 in der Stadt und deren Umgebung bestätigte. Im Endspiel wurde der SV Schüren abgekanzelt." Dennoch ein grosser Erfolg, zumal der BVB in der höchsten Klasse spielte. Vor allem aber waren wir eingebunden in das Schicksal unseres Volkes, das gerade in den Jahren unseres Bestehens durch manche Höhen und Tiefen ging. So wurden wir 1942 gezwungen, während der Kriegsjahre den Spielbetrieb einzustellen. Im Rahmen einer Sportgemeinschaft spielten unsere Akteure in der Hörder Kriegsspielgemeinschaft des VfL Hörde, sofern sie nicht zum Wehrdienst einberufen wurden. Denkbar knapp wurde der Aufstieg in die Gauliga - höchste Spielklasse - verfehlt.

 

Aber immer wieder fanden sich Sportfreunde, die gerade in den schweren Aufbaujahren nach dem Kriege nicht verzagten und alle Schwierigkeiten überstanden.Laut Kontrollgesetz der Militärregierung wurden nach dem Zusammenbruch 1945 alle Schürener Turn- und Sportvereine zu einem Verein, dem "Volks-, Turn- und Sportverein" zusammengeschlossen. Hierdurch wollte man endlich einen Verein auf zentralen Grundlagen schaffen, wo jede Sparte unter eigener Fachleitung ausgebaut werden sollte. Leider wurde diese gute Idee schon Ende 1946 wieder begraben, kurzsichtige Funktionäre erkannten die Zeichen der Zeit nicht, und alle Vereine nahmen ihren alten Namen wieder an. Ab sofort konnten wir uns ganz auf den Fussball konzentrieren.

 

Wir spielten zunächst in der "Ruhrkreisliga", um dann in der Dortmunder Bezirksklasse ein wichtiges Wort mitzusprechen (Vizemeister der Bezirksklasse u.v.m.).Im Spieljahr 1951/52 glückte der grosse Wurf. Vor mehr als 7000 Zuschauern, noch heute schwärmen ältere Schürener von diesem packenden Fight, musste erst der VfL Hörde bezwungen werden, bevor wir als Meister der Bezirksklasse geehrt wurden. Der Aufstieg in die damals höchste Fussball-Amateurklasse, der Landesliga, musste aber erst durch Aufstiegsspiele gegen SpVg Hamm, Harringen und Kaiserau erkämpft werden. Mit dem Aufstieg begannen auch die Schwierigkeiten. Unser alter Sportplatz war den sportlichen Anforderungen nicht mehr gerecht, und wir mussten 3 Jahre nach Hörde ausweichen.

 

Bis dahin hatte der SV Schüren durch selbstlosen Einsatz seiner Mitglieder dafür gesorgt, dass der Spielbetrieb aufrechterhalten werden konnte. Einfriedungen, Zäune, Kassenhäuschen wurden erstellt, sogar Erdbewegungsarbeiten von mehr als 1000m³ per Hand durchgeführt. Zäh und unverdrossen setzte sich Walter Busemann jr. für diese Belange ein, zuweilen sogar Rat und Verwaltung. Erst im Jahre 1956, nachdem der Verein wertvolle Zeit auf dem Schallacker in Hörde zur Förderung seines Nachwuchses verloren hatte, übergab uns die Stadt Dortmund durch Herrn Fritz Kauermann den neu aufgebauten Platz: die "Bergaufkampfbahn".

 

Die völkerverbindende Idee des Sportes fand stets guten Anklang. So absolvierten wir Spiele gegen Klubs aus Holland, Schweden, Dänemark und England, bereits 1953 ein Flutlichtspiel gegen Groningen (1. Liga) welches wir mit 3:2 gewinnen konnten. Damals gab es in Deutschland noch kein Flutlicht. Anlässlich des 65jährigen Bestehens von Viktoria Berlin gewannen unsere Akteure 1958 einen Pokal, indem wir FC Brandenburg 82, VFL Altenbögge und den Veranstalter schlugen. Die Akteure Willi Keil, später Jürgen Weber, Hansi Helfrich, Klaus Stork u.a.m. kamen zu ehrenvollen Berufungen in der Westfalenmannschaft, selbst im DFB Länderpokal. Jürgen Weber und später Bernd Krauss wurden sogar Profispieler, letzterer spielte sogar für die Österreichische Nationalmannschaft und wurde später Trainer vom BVB 09 und Real Mallorca.

 

In Gemeinschaftsarbeit mit allen Schürener Sportvereinen konnte 1965 die in Eigenhilfe erstellte Flutlichtanlage mit einem Spiel gegen den BVB 09 eingeweiht werden, welches wir zwar knapp verloren, dennoch war nunmehr ein geregelter Spiel- und Übungsbetrieb ganzjährlich gewährleistet. Einige Jahre hindurch war dem Verein auch eine Basketball-Abteilung beigetreten, die viele internationale Begegnungen bestritt, sich aber 1971 einem anderen Verein anschloss. Ausgerechnet zum 60jährigen Bestehen mussten wir 1970, nachdem wir in Folge 18 Jahre in der Landesliga kickten, den bitteren Gang in die Bezirksliga antreten.

 

Es wurde aber noch schlimmer, wir machten gleich den Durchmarsch nach unten in die Kreisliga. So begann für uns eine weitere Durststrecke. Wir mussten einige Jahre als Kreisligist, ausser einem zweijährigen Gastspiel in der Bezirksliga, auskommen. Rechtzeitig zum 70jährigen Bestehen spielte der SV Schüren wieder in der Bezirksklasse.Mit wechselndem Erfolg konnten wir diese Spielklasse halten. Ein Aufstieg zur Landesliga wäre vielleich möglich gewesen, doch nie gelang es, eine Mannschaft über einen längeren Zeitraum zusammen zu halten. Unser einziger Trost ist es, nicht der einzige Verein zu sein, dem dieser Missstand anhaftet. "Geld regiert die Welt", so heisst ein bekanntes Sprichwort, auch im Amateurfussball.

 

1984 erfolgte der 1. Bauabschnitt für das Vereinsheim, welches dann zum 75jährigen Bestehen seiner Bestimmung übergeben werdern konnte und somit dem Verein eine feste Heimat gab. Vielen Dank allen Helfern und dem damaligen Ehrenvorsitzenden Wilhelm Lueg, dessen Namen das Sportheim trägt.Im DFB Pokal waren unsere Sportler allerdings stets ein echter Pokalschreck. Selbst Profiteams mussten zuweilen der Schürener Kampfkraft Tribut zollen. Von nun an wurde aus dem SV Schüren eine regelrechte Fahrstuhlmannschaft. Mal spielten wir einige Zeit in der Bezirkliga, um dann aber prompt wieder ein paar Jahre in der Kreisliga A spielen zu müssen. Genau wie uns erging es der Fussballabteilung der TSG Schüren 1868. Zeitweise spielten beide Mannschaften in der Bezirksliga, wo es zu spannenden Schlagerspielen kam.

 

Im Jahre 1986 ergab es sich, dass durch den Zusammenschluss der Fussballabteilung des TSG 1868 und des SV Schüren der Name "BSV Schüren 1910 e.V." auf unsere Fahne geheftet wurde. Hierbei kann nicht von Verlierern und Siegern gesprochen werden. Es kann nur von Vernunft die Rede sein. Der sportliche Tiefpunkt kam dann 1997. Die 1. Mannschaft konnte auch die Kreisliga A nicht mehr halten und stieg in die Kreisliga B ab. Es war nicht gerade vereinsfördernd, gegen die 2. Mannschaften der Nachbarvereine zu spielen. Zur Saison 1999/2000 wurde dann als Trainer Burkhart Thiel verpflichtet. er schaffte mit einer völlig neuformierten Mannschaft rechtzeitig zum 90jährigen Bestehen des Vereins im Jahre 2000 den Wiederaufsteig in die Kreisliga A.

 

Mit dem neuem Trainer der Saison 2003/2004, Hansi Lewark, stieg die erste Mannschaft allerdings wieder in die Kreisliga B ab, so daß in der Saison 2004/2005 nur ein Ziel galt: sofortiger Wiederaufstieg. Nach Verpassen der Stadtmeisterschaft wurde Hansi Lewark durch Burkhart Thiel ersetzt. Auch wurde 2004 mit Hilfe vieler Vereinsmitglieder das neue Tribünendach errichtet. Mit dem Wiederaufstieg in die Kreisliga A zu Beginn der Saison 2005/2006 wurde als Trainer Pablo Yanez verpflichtet, der bereits beim BVB in der Regionalliga spielte.
 
2007 war dann das erste Jahr des Trainers Peter Walter, der mit seinem Co-Trainer Günter Behr den richtigen Weg fand, um den BSV Schüren nach oben zu verhelfen. Schon 2008 erfolgte der Aufstieg in die Bezirksliga. Hier hielt sich die Mannschaft auf immer höheren Tabellenpositionen. Auch im Kreispokal und besonders bei den Hallenstadtmeisterschaften, bei denen der BSV Schüren drei Jahre in Folge die Endrunde erreichte, wurde Schüren immer gefährlicher. Zur Saison 2011/12 übernahm Günter Behr das Training, an seiner Seite Oliver Wendefeuer.
 
seit 2013 ist deutsch Grieche Dimitrios Kalpakidis im Traineramt und schaffte direkt in seinem 1.Jahr beim BSV Schüren den Aufstieg aus der Bezirksliga in die Landesliga, den Gewinn des Kreispokals und die Teilnahme an der Hallenstadtmeisterschaft-Enrdunde.Zusätzlich kam auch endlich der langersehnte Kunstrasen, welcher dem Verein den letzten Schliff gegeben hat.